Sensorik-Datenschutzmatrix

Orientierungshilfe zur datenschutzrechtlichen Einordnung typischer Sensorik

Einleitung

Nicht jeder Sensordatensatz ist automatisch ein personenbezogenes Datum. Ein Personenbezug kann aber entstehen, wenn Daten einem Objekt, einer Wohnung, einem Nutzer, einem Bewohner, einem Mitarbeiter oder einem wiederkehrenden Verhalten zugeordnet werden können.

Diese Matrix dient als Orientierung für typische Sensorarten und Einsatzszenarien im Gebäudemonitoring. Sie ersetzt keine individuelle rechtliche Prüfung und keine Datenschutz-Folgenabschätzung im Einzelfall.

Kunden, die I.DO.ONE einsetzen, bleiben für den konkreten Einsatz regelmäßig selbst verantwortlich, soweit sie über Zweck und Mittel des Sensoreinsatzes entscheiden (siehe hierzu auch unsere Datenschutzerklärung, insbesondere die Hinweise zur Auftragsverarbeitung und Verantwortlichkeit unserer Kunden).

Matrix: Sensorik und typische Einsatzszenarien

Typische Orientierungswerte – die tatsächliche Einordnung hängt immer vom konkreten Einsatzszenario ab.
Sensor / Datenquelle Typische Daten Typischer Einsatzort Personenbezug möglich? Datenschutzrisiko Hinweise zur datensparsamen Nutzung Empfohlene Kundeninformation
Raumklimasensor Temperatur, Luftfeuchtigkeit, CO₂, Luftqualität Wohnung, Büro, Gemeinschaftsraum Ja, bei Raum- oder Nutzerzuordnung niedrig–mittel Keine Verhaltensprofile bilden, kurze Speicherfristen wählen, aggregierte Auswertung bevorzugen. Betroffene über Zweck (Raumklima/Schadenprävention) informieren.
Tür-/Fensterkontakt Öffnungs-/Schließereignisse, Zeitpunkte Fenster, Technikraum, Brandschutztür, Wohnungstür Ja mittel–hoch Nicht zur Anwesenheitskontrolle nutzen, Zweck klar begrenzen (z. B. Einbruchschutz, Lüftungsstatus). Zweck und betroffene Türen/Bereiche konkret benennen.
Präsenz-/Bewegungssensor Bewegungsereignisse, Aktivitätsstatus, Zeitpunkte Flur, Keller, Gemeinschaftsfläche, Technikbereich Ja hoch Keine dauerhafte Bewegungsanalyse, keine Leistungs- oder Verhaltenskontrolle einzelner Personen. Transparent auf Zweck (z. B. Nutzungsintensität von Gemeinschaftsflächen) hinweisen, Beschäftigte ggf. über Mitbestimmungsgremien einbinden.
Leckagesensor Wasser erkannt/nicht erkannt, Zeitpunkt, Standort Heizungsraum, Küche, Bad, Keller Meist gering, bei Wohnungszuordnung möglich niedrig–mittel Zweck der Schadenvermeidung klar dokumentieren, keine zweckfremde Auswertung. Auf Sicherheits-/Schadenpräventionszweck hinweisen.
Rauchmelder-/Brandmeldeereignis Alarmstatus, Batteriestatus, Ereigniszeitpunkt Wohnung, Flur, Technikraum Ja, bei Zuordnung zu einer Einheit mittel Ausschließlich Sicherheitszweck verfolgen, keine zweckfremde Auswertung der Ereignisdaten. Auf gesetzliche/vertragliche Prüfpflichten und Sicherheitszweck hinweisen.
Verbrauchs-/Zählerdaten Strom, Wasser, Wärme, Gas, Verbrauchswerte Wohnung, Gebäude, Technikraum Ja, insbesondere bei wohnungsbezogenen Daten hoch Abrechnungs- und Effizienzzweck klar voneinander trennen, Speicherfristen begrenzen. Über Zweck der Abrechnung/Verbrauchsoptimierung sowie Speicherdauer informieren.
Mülltonnen-/Bereitstellungssensor Bewegung, Lage, Bereitstellungsstatus, Zeitpunkt Müllplatz, Außenbereich Gering bis mittel niedrig–mittel Keine personenbezogene Zuordnung zu einzelnen Mietern vornehmen, nur Objektstatus verwenden. Auf rein objektbezogene Auswertung hinweisen.
Gateway/Systemlogs Geräte-ID, Signalqualität, Verbindungsstatus, IP-/Netzwerkdaten, Zeitstempel Objekt, Technikraum, Cloud-Plattform Mittel mittel Auf technische Fehleranalyse beschränken, Log-Speicherung zeitlich begrenzen. Auf technischen Betriebszweck und begrenzte Speicherfristen hinweisen.

Die Angaben zu Personenbezug und Risiko sind typisierte Orientierungswerte. Sie können je nach konkretem Einsatzszenario, Einbauort und Konfiguration abweichen.

Nicht zulässige oder besonders kritische Nutzungen

Folgende Nutzungsarten sind aus Sicht von I.DO.ONE regelmäßig nicht zulässig oder erfordern eine besonders sorgfältige rechtliche Prüfung vor dem Einsatz:

  • Überwachung einzelner Mieter oder Bewohner
  • verdeckte Anwesenheitskontrolle
  • Leistungs- oder Verhaltenskontrolle von Beschäftigten
  • Erstellung von Bewegungsprofilen
  • zweckfremde Nutzung von Zugangsdaten
  • dauerhafte Kontrolle von Wohnungstüren ohne tragfähige Rechtsgrundlage

Empfohlene Maßnahmen für Kunden

Kunden, die I.DO.ONE einsetzen, sollten je nach Einsatzszenario insbesondere Folgendes berücksichtigen:

  • Zweck der Sensorik vor der Installation dokumentieren
  • betroffene Personen (z. B. Mieter, Bewohner, Beschäftigte) informieren
  • Speicherfristen festlegen
  • ein Zugriffskonzept definieren
  • Sensoren datensparsam konfigurieren
  • Alarmtexte minimieren
  • einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AV-Vertrag) mit I.DO.ONE abschließen
  • bei hohem Risiko eine DSFA-Vorprüfung durchführen